Themen und Projekte des MCN

Über den MCN e. V. finden sich Partner für innovative Projekte und Produkte. Fachleute tauschen sich auf dieser Ebene über zukunftsweisende Themen und Problemlösungen aus. Der MCN schafft genau diese Dialogplattformen, fördert Kontakte zu anderen relevanten Branchen und Netzwerken. Selbstverständlich unterstützt er die Mitglieder auf ihrem Weg, Ideen und Dienstleistungen und Produkte zu entwickeln, um diese dann am Markt entsprechend zu etablieren.

Hier finden Sie einige der Projekte, die das Maritime Cluster Norddeutschland unterstützt hat:


Länderübgreifend erfolgreich

 

Die Geschichte zum Projekt:

758, 759, 764, 768 – für MCN-Mitglied LOEWE MARINE GmbH & Co. KG stehen diese Zahlen für einen ganz besonderen Erfolg. In einer länderübergreifenden Kooperation mit der Ostseestaal GmbH & Co. KG in Stralsund produzierte der Zulieferer und Serviceanbieter für die Bereiche Manövriertechnik, Rudermaschinenservice und Performance-Management die Doppelruderanlagen für die so gelisteten LNG RoRo-Neubauten der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft mbH & Co. KG (FSG). Auch die Ruderanlagen für die aktuellen FSG-Neubauaufträge 769, 770, 772 und 773 wurden bereits bei LOEWE MARINE beauftragt.

Die Idee für das erfolgreiche norddeutsche Kooperationsprojekt entwickelte sich während eines MCN-Treffens. Die Partner kannten sich aus früheren schiffbaulichen Projekten. Bereits zuvor lag die Produktion der durch die 2011 gegründete und seit 2015 in Bremen ansässige LOEWE MARINE konstruierten Ruderanlagen fast ausschließlich in Deutschland. Sie komplett in die Hände der Stralsunder Stahlexperten – als verlängerte Werkbank des Bremer Schiffsbau-Zulieferers – zu geben, bedeutete eine deutliche Effizienzsteigerung, erzählt LOEWE MARINE-Inhaber Dipl.-Ing. Carsten Löhmer: „Mit diesem Schritt bündeln wir Arbeitsschritte und minimieren Schnittstellen, da Ostseestaal neben der Beschaffung von Material und dem eigentlichen Stahlbau auch alle stahlbaulich notwendigen Blech- und Profilverformungen durchführt, die beim Bau von Rudern einen wichtigen Bestandteil ausmachen.“

Design, Auslegung, Konstruktion, Einkauf, Klassifikationsabnahmen, Genehmigungen, die Qualitäts- und Produktionsüberwachung sowie die Bereiche Transport und generelle Organisation bleiben vollständig in der Verantwortung der LOEWE MARINE als Hauptauftragnehmer. Die Flexibilität und die Innovationskraft, die das Unternehmen hierbei beweist, und die hohe Qualität der in Norddeutschland gefertigten Produkte überzeugten die FSG auf ganzer Linie.  "Die erfolgreiche Kooperation zwischen LOEWE MARINE und Ostseestaal ist langfristig orientiert", bekräftigt Carsten Löhmer: „Diese länderübergreifende Zusammenarbeit in einem Premium-Partnernetzwerk mit MCN-Mitgliedern ermöglicht außerordentlich effiziente und qualitativ hochwertige Produkte, die im internationalen Wettbewerb Ihresgleichen suchen. Durch die Beauftragung von zunächst vier weiteren Ruderanlagen durch die FSG-Werft sowie durch weitere Aufträge für internationale Kunden sehen wir uns in unserer Geschäftsidee bestätigt, dass es sich rechnet, hochqualitative Ruderanlagen in Deutschland zu bauen und nicht im Ausland.“
 
Als Leiter der MCN-Geschäftsstelle in Bremen hat Andreas Born die Entstehung der Kooperation von Beginn an gefördert: „Erfolgreiche Projekte wie dieses zeigen, wie wichtig es ist, Kompetenzen zu bündeln – auch länderübergreifend, um so die norddeutsche maritime Wirtschaft noch innovativer und international wettbewerbsfähiger zu machen.“ Carsten Löhmer, der das Engagement des Clusters bis zur Vereinsgründung als stellvertretender Beiratsvorsitzender unterstützt und sich künftig aktiv in der MCN-Fachgruppe Schiffseffizienz einbringt, bestätigt: „Mit der Kooperation setzen wir exakt die Philosophie und Ziele des MCN um."

 

"Munitect" - internationale Führungsrolle durch Netzwerk


Die Geschichte zum Projekt:

Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee stellen auch Jahrzehnte nach Kriegsende ein uneinschätzbares Risiko bei der wirtschaftlichen Nutzung dar. Die Kampfstoffe aufzuspüren, zu bergen oder zu entschärfen ist bislang nur schwierig realisierbar und mit hohen Kosten verbunden. Dies zu ändern hat sich das vom BMWi (Bundesministeriums für Wirtschaft) geförderte Netzwerk Munitect zum Ziel gesetzt – ein Zusammenschluss von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die die Entwicklung und den Einsatz kosteneffizienter Sensorsysteme zur Munitionsdetektion vorantreiben und am Markt platzieren möchten.   

Die von der MCN-Fachgruppe Maritime Wirtschaft Offshore Wind während der Fachmesse WindEnergy in Hamburg angebotene Veranstaltung "Munition – Altlasten im Meer" stieß auf so großes Interesse, dass das MCN im Anschluss ein weiteres Projektgruppentreffen förderte. Hier entstand die Idee, ein Netzwerk zu etablieren, mit dem Ziel, eine kostengünstige Technologie zur Detektion, Qualifizierung und Räumung der Munition zu entwickeln. Ab Mitte 2015 wurde das Konsortium aufgebaut, im Februar 2016 fiel dann der offizielle Startschuss für das Projekt Munitect.
 
„Die Netzwerkpartner teilen die Vision einer leistungsfähigen und kostengünstigen Sensorplattform, die eine effiziente, sichere und gefahrfreie Detektion von Munitionsaltlasten in der Nord- und Ostsee ermöglicht. Langfristig soll sich der Verbund zu einer Kontaktstelle im deutschen Raum entwickeln, der die Interessen der Akteure in entsprechenden Wirtschaftsräumen vertritt“, erklärt Dr. Kristine Bauer vom Fraunhofer IGD am Standort Rostock. Als Managementeinrichtung koordiniert das Institut unter anderem die Aktivitäten der Mitglieder, die Einbindung neuer Netzwerkpartner sowie die Weiterentwicklung des Netzwerkes.
 
Beteiligt sind Unternehmen, Hochschulen und Behörden aus allen fünf Bundesländern des MCN. Neue Partner sind jederzeit willkommen, betont die Netzwerkmanagerin: „Alle, die sich Offshore mit der Installation von Infrastrukturen beschäftigen oder im Küstenschutz tätig sind, sind durch die Altlasten in Nord- und Ostsee gleichermaßen betroffen. Das Netzwerk bietet den Mitgliedern die Chance, Innovationen abzustimmen, zu einem Gesamtprodukt zu integrieren und sich so auf dem internationalen Markt als führender Ansprechpartner für diesen Bereich zu etablieren.“
 
Wertvolle Beratung und Unterstützung hinsichtlich Fördermöglichkeiten, Marketingaktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit erhielt das Netzwerk durch das MCN. Dank der breiten Vernetzung konnte schnell ein großer Interessentenkreis unter den Mitgliedern des Clusters in den beteiligten fünf Bundesländern gefunden werden. Die für die Startphase beantragten Fördermittel des BMWi sind bereits bewilligt. „Die Teilnehmeranzahl bei der Gründungsveranstaltung zeigt die Bedeutung des MCN für die regionale Wirtschaft. Das Cluster ist eine etablierte Adresse, um Ideen und Aktivitäten auf eine breite Basis zu stellen – es hilft bei der Bewertung aktueller Ereignisse und der Suche nach Kontakten und Partnern“, resümiert Dr. Kristine Bauer.

 

Erfolgreiche Vernetzung von Wissenschaft


Die Geschichte zum Projekt:

Eines der vorrangigen Ziele des MCN ist der Aufbau von Netzwerken. Der Austausch von Informationen und aktuellem Know-how, das Zusammentreffen mit möglichen Auftraggebern schaffen einen wesentlichen Wissensvorsprung, fördern die Wettbewerbsfähigkeit und somit den Erfolg. Ursprünglich als Projektarbeit der Studierenden der wirtschaftlichen Studiengänge des Fachbereichs Seefahrt und Logistik entwickelt, bietet die Jade Hochschule in Kooperation mit der MCN-Geschäftsstelle Niedersachsen mit dem "Forum Maritim" Branchenvertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft seit Herbst 2013 eine wichtige Plattform.

Die Erweiterung des Maritimen Clusters Norddeutschland auf das Bundesland Niedersachsen war der Auslöser. Strategisch ideal wurde die neue Geschäftsstelle am Maritimen Campus der Jade Hochschule in Elsfleth angesiedelt – der größten nautischen Ausbildungsstätte in Deutschland. Mit den Bachelor-Studiengängen Internationales Logistikmanagement, Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft, Nautik sowie dem Master-Studiengang Maritime Management bietet die Jade Hochschule ein vielseitiges Spektrum. Das Ausbildungszentrum für Schiffsmechaniker befindet sich in direkter Nachbarschaft.

Im Netzwerken, so wie es beim MCN gelebt wird, haben die Studierenden des Maritimen Campus bereits Übung: Eine fächerübergreifende Zusammenarbeit unter den insgesamt rund 8.000 Studierenden verschiedener Fachgebiete an den drei Standorten – neben Elsfleth verfügt die Jade Hochschule über weitere Standorte in Wilhelmshaven und Oldenburg – wird durch die Hochschulleitung gezielt gefördert. Mit der Ansiedlung des MCN kam unter den Studierenden der wirtschaftlichen Studiengänge des Fachbereichs Seefahrt und Logistik die Idee auf, auch die Vernetzung mit der maritimen Wirtschaft auszudehnen. Maßgeblich unterstützt durch die Mitarbeiter des MCN wurde in einer Projektarbeit die Veranstaltungsreihe "Forum Maritim“ ins Leben gerufen. Das Ziel: Ein optimierter Informationsaustausch und die bewusste länderübergreifende Vernetzung der Mitglieder der Hochschulen mit Unternehmen der maritimen Branche.

Das Interesse war so groß, dass aus dem Projekt schnell eine regelmäßige Veranstaltungsreihe wurde. „In enger Kooperation zwischen der Jade Hochschule und dem MCN Niedersachsen werden seit Herbst 2013 zweimal im Jahr Veranstaltungen zu aktuellen Themen und Fragestellungen der Branche organisiert“, berichtet Prof. Dr. Ralf Wandelt, Dekan des Fachbereichs Seefahrt und Logistik der Jade Hochschule. Nach themenspezifischen Impulsvorträgen diskutieren die Teilnehmer über zukunftsweisende Fragen wie „Herausforderungen und Chancen der Binnenschifffahrt als Verkehrsträger“, „Green Shipping“ und „Green Ports“.

Angesprochen sind Hochschulwissenschaftler, Unternehmensvertreter, Repräsentanten aus der Politik und weitere Interessierte. Dank ihrer positiven Erfahrung als Koordinatorin für länderübergreifende Kooperationen setzt sich Dr. Susanne Neumann, Leiterin der MCN-Geschäftsstelle Niedersachsen, vor allem dafür ein, über den Tellerrand des eigenen Bundeslandes zu schauen: „Unternehmen beschränken ihre wirtschaftlichen Aktivitäten auch nicht auf ein einziges Bundesland – warum sollte unser Netzwerk es also tun?“